Wie Frauen am besten Klimmzüge lernen!

 

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Der Klimmzug, ein hohes Ziel, dass mit Wille und System jeder errreichen kann!

Der Klimmzug zählt zu den Top-Fitnesszielen eines Sportlers. Jedoch erreichen nur wenige Einsteiger dieses Ziel. Im folgenden Artikel erklären wir, wie die Technik des Klimmzuges korrekt ausgeführt wird, wie du den Klimmzug schrittweise trainierst und wieso vor allem Frauen oft daran scheitern, dieses vorteilhafte Bewegungselement zu lernen.

 

 
 
 
 

Der Klimmzug wird oft als ein Symbol von Kraft und Leistungsfähigkeit angesehen. Kaum eine andere Bewegung spiegelt eindeutiger die Stärke eines Athleten oder einer Athletin wieder, als die Fähigkeit das eigene Körpergewicht entgegen den Gesetzen der Schwerkraft hochzuziehen. Doch leider wird zu oft angenommen, dass diese Fähigkeit nur Männern vorbehalten ist und die Anatomie der Frau nicht darauf ausgelegt ist, die Übung zu beherrschen. Diesen Gedankengang unterstützen wir nicht und möchten dir deshalb vermitteln, wie gerade Frauen dieses Vorurteil ad acta legen können. Wir zeigen dir, wie du mit einem systematischen und zielorientierten Training das Ausführen einer oder mehrerer Klimmzüge erlernen kannst.

Aber nun erstmal zum Klimmzug selbst. Wieso solltest du den Klimmzug lernen? Nur um andere Menschen damit zu beeindrucken? Der Klimmzug wird in die Kategorie der Zugübungen einsortiert. Alle Bewegungsmuster eines Sportlers werden in Zug- und Druckübungen kategorisiert, da wir ein Gewicht bzw. unser Körpergewicht von uns wegdrücken oder an uns heran ziehen. Ein weiteres Merkmal des Klimmzuges ist, dass dieses Bewegungsmuster mehrere Gelenksbewegungen beinhaltet. Sowohl das Schulter- als auch das Ellenbogengelenk sind in der Übung involviert. Bei einer Bewegung über mehrere Gelenke werden dementsprechend auch mehr Muskelgruppen aktiviert. Wer also intensiv und zeiteffektiv trainieren und sich dabei koordinativ verbessern möchte, sollte beim Krafttraining auf Mehrgelenks- bzw. Grundübungen zurückgreifen. Der Klimmzug wird primär von den großen Rückenmuskeln (Latissimus dorsi), der Nackenmuskulatur (Trapez), den Armbeugern (Bizeps) sowie den Unterarmen durchgeführt. Es arbeiten hauptsächlich die Muskeln, welche auch für eine aufrechte Haltung verantwortlich sind. In der Aktivierung der vielen Muskelgruppen steckt zugleich die Herausforderung für Frauen, die Klimmzug-Bewegung zu erlernen. Das Zusammenspiel aller beteiligten Muskeln ist das Rezept für einen erfolgreichen Klimmzug. Um diese muskuläre Zusammenarbeit zu erlernen, benötigt der Sportler bzw. die Sportlerin die Fähigkeit der Muskelansteuerung. In unserer heutigen Kultur ergibt sich das Stigma: Frauen müssen ihre Rückenmuskulatur im Alltag nicht umfassend nutzen. In der Regel sind körperlich anstrengende Berufe den Männern vorbehalten. Außerdem wird die Aktivierung der Muskulatur durch häufiges Sitzen oder die Erleichterung alltäglicher Aufgaben (z.B. Nutzung des Autos) auf ein Minimum reduziert. Dementsprechend verlernt der Körper die selten benötigten Muskelgruppen einzusetzen. Die Folgen dieser oft etablierten Alltagssituationen haben wir in unserem Artikel über Körperhaltungen beschrieben.

Die fehlende Ansteuerung der ursprünglich starken Rückenmuskeln führt dazu, dass Sportlerinnen, die den Klimmzug lernen wollen, versuchen sich mit aller Macht nach oben zu ziehen. Die Hauptarbeit verrichten dabei die Armbeuger. Diese sind im Vergleich zur Rückmuskulatur ein kleiner Muskel, lassen sich jedoch besser ansteuern. Der Bizeps ist aber nicht in der Lage alleine dein gesamtes Körpergewicht zu bewegen. Die Folge: ein gescheiterter Klimmzug, obwohl du deine gesamte Kraft investiert hast. Diese Erfahrung ist sehr deprimierend und mündet oft in Selbstzweifeln. Die gute Nachricht ist jedoch, dass du zwar gefühlt alles gegeben hast, doch dein Körper bei gezieltem Training weit aus mehr Kraft entfalten kann. Dazu musst du lernen deine Rückenmuskulatur in die Bewegung einzubinden, um weitere Kraftreserven auszunutzen. Welche Übungen dir dabei helfen, wirst du gleich erfahren.

 
 

Die Technik eines perfekten Klimmzuges

Wenn wir von einem sauberen Klimmzug reden, der den Respekt anderer AthletInnen ernten soll, dann startet dieser im tiefsten Hang (passiver Hang). Mit einer Auftaktbewegung, der sich die wenigsten Sportler bewusst sind und deren Fehlerbild man sogar unter etablierten Klimmzug-Freaks immer wieder erkennen kann, wird der Klimmzug eingeleitet. Zuerst werden die Schulterblätter nach hinten-unten gezogen, so dass die Haltung vom passiven Hang in den aktiven Hang wechseln. Erst in dieser Haltung ist der große Rückenmuskel in der Lage effektiv zu arbeiten. Daraus ergibt sich die erste Zielsetzung und die Basis für einen sauberen Klimmzug: die Ansteuerung der Rückenmuskulatur für den aktiven Hang. Im folgenden Video siehst du den Unterschied zwischen passivem und aktivem Hang. Zusätzlich stellt das Video eine deiner ersten Übungen für das Erlernen eines Klimmzuges dar.

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Wie lange muss ich für meinen ersten Klimmzug trainieren? 

Dies hängt natürlich von verschiedenen Faktoren ab und lässt sich nicht pauschal beantworten. Allerdings kann man festhalten, dass du durch regelmäßiges und geplantes Training sowie durch eine progressive Steigerung im Trainingsplan schneller Erfolge erreichst. Nach dem Prinzip der Superkompensation solltest du 2-3 mal pro Woche an deiner Kraft arbeiten und die oberen Klimmzug-Übungen in dein Training einbauen. Wenn du mehr über den Effekt von Krafttraining wissen möchtest und weitere Tipps für deine Trainingsgestaltung willst, dann lies unseren Artikel über das perfekte Anfäger-Training. Zudem gibt es noch viele Fehler, die du vermeiden solltest, wenn du an deinen Klimmzügen arbeitest. Die fünf größten Klimmzug-Fehler findest du hier. Wenn du weitere Fragen zum Thema Klimmzüge hast, schreib uns gerne eine Nachricht und wir werden dir weiter helfen!